Paris – amour fou

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4:05 h Zürich HB bis Paris Gare de Lion – alleine für die Vorfreude und Spannung lohnt es sich ein bisschen mehr Zeit zu opfern und mal auf den Stress am Flughafen zu verzichten. Man reist heute doch einfach zu wenig mit dem Zug. Aber gerade nach Paris mit dem Zug zu fahren, hat einen gewissen Charme. Gemütlich ohne Hektik in der Vogue Paris oder in Ines de la Fressanges’ “Parisian Chic” blättern und sich vom unangestrengten, legeren, französischen Stil inspirieren zu lassen.  Angekommen am Gare de Lion winken wir schnell ein Taxi heran und fahren ins Quartier Latin im 5. Arrondissement. Wir stehen vor einem grossen Tor in der Rue Cardinal Lemoine, nur ein unscheinbares Schild weist auf unser Hotel des Grandes Ecoles hin. Als wir klingeln und über die Schwelle treten, fühlt man sich wie in einem schicken Pariser Vorort im Innenhof eines grossen Anwesens. Wunderschöner gepflasterter Boden und ein verträumter Garten, eine kleine Oase mitten in Paris – entsprungen einem anderen Jahrhundert. Eine superschicke Französin in den besten Jahren begleitet uns in ein mit Blümchentapete gestaltetes Zimmer, welches im ersten Haus links liegt und Fenster sowohl auf die Strasse heraus als auch in den Innenhof hat – perfekt.

Da es früher Nachmittag wurde, bis wir eingecheckt hatten und unsere Koffer im Zimmer verstaut waren, plagte uns doch schon ein kleiner Hunger. Wir machten uns zu Fuss auf den Weg ins La Nouvelle Marie, was ganz in der Nähe an einem kleinen Platz liegt. Wir assen  Spargeln mit Pistaziensauce und die besten gefüllten Eier mit frischem Hausbrot, natürlich mit einem tollen Glas Wein.

Bereits an der Grenze zu Saint Germain, machten wir uns auf den Weg in die Gassen der Rive Gauche, welche voll von Boutiquen und Läden sind.  Neben COS, Sandro, Maje und Claudie Pierlot finden sich auch die grossen Designer wie Saint Laurent oder Hermes. Versteckt in einer Querstrasse des Bvd. Saint Germain liegt die Bar du Marche, welche toll für ein Petit Dejeuner ist oder auch für einen Cafe au Lait zwischendurch. Obwohl direkt neben der lebendigen und lauten Hauptstrasse gelegen, ist dieser kleine Platz mit all seinen typisch-französisch kleinen Läden (also ein Metzger, Gemüsehändler, Bäckerei, Käserei,…) und dem “Zeitungsverkäufer des Vertrauens” toll um die Pariser zu beobachten und ein bisschen französischen Lifestyle aufzuschnappen.

Nach einem Abstecher in die Duftpaläste Cire Trudon und Diptyque machten wir uns auf den Weg Richtung Tour Eifel und dem 16. Arrondissement, welches uns nochmals ein Shopping-Vergnügen bescherte. Nebenbei: ganz in der Nähe des Eifelturms gibt es fern von den Touristencafes ein tolles Etablissement, in welchem man super Kuchen aber auch was richtiges zu Essen kriegt. Les Deux Abeilles sieht zwar unscheinbar aus, jedoch lässt einem die Inneneinrichtung den Mund offen stehen (hingehen & selbst ansehen)…

Am Abend trugen uns unsere schweren Beine nur noch bis zum Place de la Contrescarpe, welcher gleich um die Ecke lag. Dort war bereits ein reges Treiben und wir gönnten uns in einem der kleinen Restaurants ein Entrecote avec Frites et Sauce Bernaise. Aber auch zum Apero oder für einen Snack zwischendurch bietet das Quartier Latin viele Möglichkeiten.

Gemütlich machten wir uns am nächsten Morgen auf den Weg ins Marais. Das Viertel im 3. Arrondissement gibt nicht nur kulinarisch etwas her, sondern beherbergt auch die besten Shops der Stadt. So finden sich neben meinen französischen Lieblingen (siehe St. Germain) auch Concept Stores wie Merci und viele andere, kleinere Boutiquen. Das Marais ist einfach auch toll zum Verweilen, Leute beobachten und (bei schönem Wetter) zu flanieren. Restaurants und Cafes gibt es en masse, meine Favoriten sind das Chez Marianne, Glou und Le Sevigne.

Auf dem Rückweg auf das linke Seine-Ufer kamen wir unweigerlich an der Notre Dame vorbei, wo sich auch am Abend ein Besuch auszahlt. Nicht nur wegen der grossartigen Atmosphäre durch die schöne Beleuchtung, sondern auch wegen dem nahe gelegenen Chez Julien. Eine Institution, in welcher man gerade am Wochenende besser einen Tisch reserviert, da einem sonst vielleicht die Türe vor der Nase zugeschlagen wird.

Da neben Einkaufen und Essen Paris auch noch ganz tolle Sehenswürdigkeiten und Museen bietet, machten wir auch noch ein bisschen Sightseeing. Vom Arc de Triophme aus liefen wir die Champs Elysees entlang bis zum Louvre – ja wir waren zu Fuss unterwegs. Auf dem Weg passieren wir auch die Rue Cambon, der Geburtsstätte von Chanel, wo wir einen Zwischenstopp einlegen. Da dieser Marathon hungrig machte und nach einer Pause schrie, gingen wir ins Laduree an der Rue St. Honore (empfehlenswert, da nicht so vollgestopft wie die Filiale an der Champs Elysees). Gestärkt von den tollen Macarons und dem überteuerten Cafe (nächstes Mal Macarons et cafe “à emporter”) kamen wir nicht umhin die französischen Institutionen Colette und A.P.C., welche zufälligerweise in der Nähe lagen, kurz zu besuchen und haben deswegen das Louvre “nur” von aussen bewundert. Um die Ecke beim Louvre gibt es übrigens ein tolles Restaurant-Bar-Cafe “Le Fumoir”, welches zu jeder Tageszeit das Richtige bietet.

Die fantastische Aussicht und der wunderschöne Anblick der Sacre Coeur lässt mich jedesmal wieder die mühsamen Treppen bis ins Montmartre raufsteigen. Aber man wird definitiv belohnt – auch wenn es sich nicht empfiehlt, am Wochenende hinzugehen… Ich mag wenige Restaurants rund um’s Sacre Coeur, jedoch wärmstens zu empfehlen ist das Marcel, welches eine amerikanisch-angehauchte Menukarte hat oder das sehr französische Chez Francis Labutte, wo man gemütlich einen Apero trinken und ein Tartar geniessen kann.

Und schon sind die vier Tage in Paris wieder vorüber, ohne dass ich all meine aufgeschriebenen Plätze, Restaurants und Stadteile besucht und erforscht habe. So stehen für den nächsten Aufenthalt sicher das Viertel Belleville, sowie die Strassen rund um die Bastille, aber auch das (neu entdeckte) 16. Arrondissement rund um den Eifelturm auf dem Programm. Aber das ist ja das schöne an Paris – jedesmal eine neue Entdeckunsgreise und man findet immer eine noch tollere Ecke, ein neues Viertel zum Wohlfühlen.

à bientot, bisou mirjam

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